Antibiotische Abschirmung bei Gelenkprothesen

Um die Infektion eines künstlichen Gelenkes aufgrund einer zahnärztlichen oder Dentalhygiene-Behandlung möglichst zu verhindern, gelten bei Patientinnen und Patienten mit einer Gelenkprothese folgende Richtlinien:

  1. Zahnärztliche Untersuchung und allfällige Sanierung der Zähne möglichst vor dem Einsetzen der Gelenkprothese.
  2. Gute Mundhygiene und regelmässige Dentalhygiene mit zahnärztlicher Kontrolle sind für diese Patienten besonders wichtig.
  3. Alle Patienten sollen vor jeder Behandlung mit Chlorhexidin oder H2O2 spülen
  4. Patienten mit Gelenkprothesen sollen bei akuten, dentalen Infektionen (bsp Abszess) Antibiotika für mindestens 5 Tage erhalten.
  5. In den ersten 3 Monaten nach Einsetzen einer neuen Gelenksprothese soll man keine aufschiebbaren DH-/Zahnarztbehandlungen durchführen
  6. Normalerweise müssen die Patienten mit einer Gelenksprothese für die DH-Behandlungen und normale zahnärztliche Therapien wie bsp. Füllungen keine Antibiotika-Prophylaxe durchführen.
  7. Bei folgenden Ausnahmen gibt man prophylaktisch Antibiotika (2g Co-Amoxicillin oder 600mg Dalacin 1h vor der Therapie):
    a) wenn der Patient oder behandelnde orthopädische Chirurge das so wünscht
    b) wenn eine dringend nötige Therapie innerhalb der ersten 3 Monate nach Einsetzen der Gelenksprothese besteht
    c) wenn es sich um Patienten mit Immunsuppression oder Diabetes-, Rheuma, Arthritis- oder Chemotherapie handelt
    d) wenn Behandlungen deutlich länger als 60 Minuten dauern
  8. Patienten mit einem orangen Ausweis (Herzfehler oder künstliche Herzklappen) müssen eine Antibiotika-Prophylaxe zwingend durchführen (2g Co-Amoxi oder 600 mg Dalacin) 1h vor der Therapie